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- Category: Politische Verfolgung
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Artikel erschien an 26.12.2025
Politisch verfolgte Personen in Deutschland
Über die Einsamkeit des Neinsagers und die Herrschaft des Niemand
Ein Versuch der Einordnung im Geiste Hannah Arendts
Die Freiheit ist kein statischer Besitz, den man im Schrank verwahrt; sie ist die permanente Möglichkeit, einen neuen Anfang zu machen, den Faden der Notwendigkeit zu durchtrennen und „Nein“ zu sagen. Wo diese Möglichkeit schwindet, dort endet das Politische und es beginnt die Verwaltung des Menschen als bloßes Objekt.
Wer die folgende Liste von fünfzig Namen betrachtet, blickt nicht nur auf individuelle Schicksale, auf zerstörte Karrieren, durchsuchte Wohnungen oder entzogene Approbationen. Er blickt vielmehr in den Abgrund einer Gesellschaft, die verlernt hat, den Widerspruch zu ertragen. Was wir hier sehen, ist keine klassische Tyrannei eines einzelnen Despoten, sondern etwas viel Unheimlicheres, das ich einst als „Niemandsherrschaft“ bezeichnete: die Herrschaft der Bürokratie.
Das Erschreckende an den hier dokumentierten Vorgängen ist ihre Banalität. Es sind keine blutrünstigen Monster, die Bankkonten kündigen, medizinische Lizenzen entziehen oder uniformierte Beamte in die Schlafzimmer von Ärzten schicken. Es sind „normale“ Menschen, Funktionäre, die lediglich Vorschriften befolgen, die das „Gute“ tun wollen und dabei das Böse der Ausgrenzung vollziehen. Das Böse verliert seine Dämonie und wird administrierbar. In den vergangenen Jahren wurde der öffentliche Raum, jener Ort, an dem wir als Bürger in unserer Verschiedenheit sichtbar werden, drastisch verengt. Wer die vorgegebene "Wahrheit", sei es in der sogenanten "Pandemie" oder der Geopolitik, nicht teilte, wurde nicht als diskurswürdiger Gegner behandelt, sondern als Störfaktor, den es hygienisch zu entsorgen galt. Die Methode dieser neuen Unterdrückung ist nicht das Lager, sondern die soziale und ökonomische Atomisierung. Man zwingt den Andersdenkenden in die Einsamkeit. Man entzieht ihm die Mittel der Existenz (das Konto, seine Arbeit, den Ruf), um ihn unsichtbar zu machen.
